Biberburg – Kinder- und Jugendhilfe Pfortzen GbR

Leitbild

Grundsätzliches Selbstverständnis

Die Stiftung Biberburg gGmbH Kinder- und Jugendhilfe ist eine heilpädagogische Einrichtung.

Der junge Mensch steht im Mittelpunkt unserer Arbeit, der ein integraler Ansatz sowie ein ganzheitliches Menschenbild zu Grunde liegen, welche Körper, Seele und Geist umfassen. Biberburg steht für Schutz, Nächstenliebe, Lebensmut, Freude, Ruhe, Vielfalt, Naturverbundenheit, Kraft und für einen außergewöhnlichen Ort, an dem jedes Individuum geachtet, wertgeschätzt und respektiert wird.

Die pädagogischen und psychologischen Mitarbeiter sind sich bewusst, dass sie den Kindern und Jugendlichen kein Vater- und kein Mutterersatz sein können und wollen. Sie wollen dem jungen Menschen eine personale Beziehung anbieten.

Die Mitarbeiter wollen mit den jungen Menschen den Alltag er-/leben und sie ein Stück ihres Lebens helfend und fördernd begleiten. Wir wollen gemeinsam mit den jungen Menschen Wege finden, um bestehende Defizite auszugleichen, mit Schwierigkeiten und Belastungen umzugehen, und positive Lebensaspekte für ein erfülltes Leben zu kreieren. Die Entdeckung der eigenen Ressourcen und das Vertrauen darauf können die Persönlichkeit stabilisieren und Freude als Motivation für selbstbestimmtes Handeln aufkeimen lassen. Die Kreativität und Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen ist zu fördern, so muss die pädagogische Fachkraft auch Grenzen setzen, wenn der junge Mensch sich oder andere in Gefahr bringt, oder die Rechte anderer missachtet. Bei schwierigen Verhalten des jungen Menschen bemühen sich die Pädagogen/Psychologen darum, den jungen Menschen zur Einsicht zu bringen und ihm durch Aufzeigen neuer Wege und das Setzen eines neuen Anfangs weiterzuhelfen.

Die Selbstreflexion der Pädagogen/Psychologen wird als besondere Aufgabe in den Blick genommen. Sie sehen die Verpflichtung zum erzieherischen Engagement und zum Vertrauensangebot an den jungen Menschen – reflektierter Umgang mit empathischer Nähe. Die pädagogische und psychologische Alltagsarbeit kann nur gelingen, wenn sich alle in der Einrichtung Tätigen um eine partnerschaftliche Atmosphäre bemühen. Voraussetzung dazu sind Information und Kommunikation zwischen allen Mitarbeitern, sowie die Bereitschaft, die täglichen Bemühungen zu überdenken und durch konstruktive Kritik die Arbeit der Einrichtung lebendig zu erhalten.

Die Weiterbildung und -entwicklung der Mitarbeiter stellt einen wichtigen Bestandteil unseres Ansatzes dar. Denn auch wenn wir versuchen, mit Kindern neue Wege zu gehen, hindern uns eigene erlernte Verhaltensmuster oft daran, die Liebe, Gegenwärtigkeit und Aufmerksamkeit zu bewahren, die wir Kindern eigentlich gerne entgegenbringen würden. Hier ist die Gestalt-Arbeit eine große Hilfe, alte Konditionierungen zu erkennen und mit der Zeit abzulegen, um so im Kontakt mit den Kindern selbst innerlich zu wachsen.

Die Lage in ursprünglicher Natur dient als äußerer heilsamer Rahmen, um im Inneren, mit Achtsamkeit aller Mitarbeiter, den zu betreuenden jungen Menschen zu einem selbstbestimmten Leben zu verhelfen.

Partizipation

Verantwortungsvolle Pädagogik ohne Beteiligung der Kinder und Jugendlichen gibt es nicht. Keine geplante Veränderung, kein Entwicklungs- und Lernprozess kann gegen den Willen einer Person in Gang gesetzt werden, es sei denn es handelt sich um Manipulation oder unbewusst in Gang gesetzte Prozesse (Günter Schmidt, eevaktuell, 12/2006).

Partizipation von Kindern und Jugendlichen in unserer Einrichtung läuft darauf hinaus, einen Teil der Verfügungsgewalt über die eigene gegenwärtige wie zukünftige Lebensgestaltung von den Erwachsenen auf die Kinder und Jugendlichen zu übertragen. Es geht dabei um Entscheidungen, von denen die Partizipationsbeteiligten unmittelbar betroffen sind. Ernstgemeinte Partizipation verändert die Entscheidungsprozesse sowie die -ergebnisse und wirkt sich auf die Lebenswelt der betroffenen Kinder aus.

Umsetzung

  • Wohngruppe: Die jungen Menschen werden in der Wohngruppe ihrem Alter, ihrem Entwicklungsstand und ihren individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten an Planungs- und Entscheidungsprozessen in ihren persönlichen Angelegenheiten und am Gruppengeschehen beteiligt. Die für alle Kinder und Jugendlichen verbindlichen täglichen gemeinsamen Mahlzeiten bieten die Möglichkeit des gegenseitigen Austausches. Zusätzlich finden in der Wohngruppe regelmäßige Gruppenbesprechungen statt, die durch die Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften vorbereitet, durchgeführt und gestaltet werden. In dieser Gruppenbesprechung können die jg. Menschen u.a. nach dem Probewohnen eines neuen Gruppenmitgliedes oder nach dem Probearbeiten eines neuen Beschäftigten ihre Meinung dazu abgeben und diskutieren.
  • Hilfeplangespräch: Die jungen Menschen werden vor den Hilfeplangesprächen und während diesem entsprechend dem Alter und der Entwicklung eingebunden.
  • Einrichtung: In jeder Wohngruppe wird ein Vertreter der jg. Menschen und ein Erwachsener in den Hausrat gewählt. Der Hausrat kommt regelmäßig zu einer Sitzung zusammen, um allg. Angelegenheiten zusammen mit dem Träger und der Einrichtungsleitung besprechen zu können – Beschwerdemanagement der Einrichtung.